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26
Sep

Gelesen

Wolf Haas: Auferstehung der Toten
Jetzt müsst Ihr wissen, die Isa: zum ersten Mal Wolf Haas gelesen. Quasi Erweckungserlebnis, erzähl ich Euch ja nichts Neues. Wie der mit Sprache umgeht, unglaublich, kackfrech, ich sag Euch: kackfrech. Schlicht eine Sensation. Und da habe ich vor lauter Hingerissensein gar nicht gemerkt, wie die Story war, ich glaube, so okay, ist aber völlig wurscht, weil die Sprache: Hammer.


Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Hurra! So geht gute Unterhaltung.
Der klassische Briefroman, nur halt nicht mit Briefen, sondern mit E-Mails. Sehr schönes Buch, wunderbar flockig zu lesen, man liest sich fest, hat richtig Spaß daran, fiebert mit, immer noch eine Mail und noch eine, bis dann am Ende ein gutes Ende kommt, nicht im Sinne von Happy End, sondern von „gut gelöst“, denn das fragt man sich ja doch die ganze Zeit: wo das enden wird. Sehr schön, allerbeste Urlaubslektüre, frisst sich so weg.


Amos Oz: Allein das Meer
Ein Roman, der gar keine rechte Prosa ist, sondern irgendwo an der Grenze zwischen Prosa und Lyrik mäandert. Und wie unglaublich gut! Was vor allem Frank Heibert zu danken ist, der es übersetzt hat, und zwar aus dem Englischen – in Absprache mit dem Autor, der die englische Übersetzung mit dem englischen Übersetzer gemeinsam erstellt hat. Ich habe keine Ahnung, wie Rhythmen auf Hebräisch klingen, ist aber auch egal, denn die deutsche Fassung ist schlicht ein Kunstwerk. Wer rhythmische Prosa mag, dem sei das wärmstens ans Herz gelegt, ich bin ganz verzückt. Und wenn noch mal jemand behauptet, man könne die Qualität einer Übersetzung nicht beurteilen, wenn man das Original nicht kennt, dann lege ich ihm dieses Buch vor, und dann soll er sich mal überlegen, ob er diese Behauptung aufrecht erhalten kann.

isabo · 21:52h · comment · ·

 

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