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06
Feb

Ballast

Ich möchte mal wissen, wo immer das ganze Papier herkommt, und dann möchte ich wissen, wo immer die ganzen Flaschen herkommen und der ganze Müll. Immerhin weiß ich, wo man sie hinbringt, das ganze Papier, die ganzen Flaschen, den ganzen Müll, und wie gut es sich anfühlt, wenn man es wegbringt, ich weiß auch, wo man Klamotten hinbringt und Schuhe und Batterien und Medikamente, und immer wieder bin ich verwundert, wo das ganze Zeug herkommt und wie befreit ich mich fühle, wenn ich es wegwerfe. Manchmal wünsche ich mir ein Müllschluckersystem, mit dem rohrpostartig alles gleich dahin geschickt wird, wo es hingehört, eine Klappe für Papier im Arbeitszimmer, eine für Kompost in der Küche und so weiter, aber vielleicht wäre dann das Befreiungsgefühl gar nicht so groß, es ist doch vielleicht viel befriedigender, das ganze Papier in den Fahrradanhänger zu laden und zum Container zu bringen und mit der leeren Kiste wieder nach Hause zu kommen. Sie wieder hinzustellen, im Arbeitszimmer, wo es keine Stunde dauert, bis wieder Papier drinliegt, wo kommt das bloß schon wieder her? Papier und Papier und Papier und noch eine Tüte Müll und zwei alte T-Shirts, weg-weg-weg damit, vielleicht sollte ich wieder Wegwerftagebuch führen, dann könnte ich mich bis in alle Ewigkeit daran freuen, was ich alles weggeworfen habe und mich ungeheuer frei fühlen. Und dabei ist immer noch so viel übrig, so viel Zeug. Dinge, Sachen.
Nur das Bücherregal ist erstaunlicherweise immer noch nicht voll, obwohl es schon seit Ewigkeiten fast voll ist und wir fleißig Bücher kaufen, irgendwas stimmt da nicht, wahrscheinlich ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum, wahrscheinlich dasselbe Loch, durch das immer wieder Papier und Müll reinkommen und Kulis verschwinden.

Jaja, das ist natürlich auch alles eine Metapher.

isabo · 21:02h · comment · 1 ·

 

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