Bitte melden Sie sich zuerst an.
Ist ein Arzt an Bord?
"Death rattle", sagt mein Wörterbuch, sei das "Todesröcheln", der Pschyrembel kennt das allerdings nicht. Und jetzt wüsste ich gerne: Taucht das auf, wenn man schon zwei Stunden tot ist?
en.wikipedia.org
Scheint eher ein letzter Atemzug zu sein, bzw. ein nicht mehr Atemzug, weil die fehlende Schluckmöglichkeit zum "rattlen" durch Spucke führt.
Link
bov,
13. September 2007 15:52:04 MESZ
a.a.O.:
It is one of those terms that through use has passed into the realm of fantasy so that many no longer believe it is an actual biological phenomenon. In fact, it is. Forensics experts tell us that the death rattle is the result of involuntary spasms in the vocal box brought on by the increased acidity in the blood following death. The noise itself is alternately described as a loud bark or whooping rasp emitted by a victim sometime after death.
Link
isabo,
13. September 2007 16:06:34 MESZ
Oh- Äh. Danke!
Peinlich. Da hab ich wieder nicht weit genug gelesen, der Anfang des Eintrags sieht ja so aus, als passiere das beim Sterben, nicht erst hinterher.
Dann ist ja alles gut, vielen Dank!
Link
Ja, ich habs auch falsch verstanden.
Link
kid37,
13. September 2007 22:01:01 MESZ
"Sometime after"! Ich kenne das aus Berichten von Totenwachen und Leichenwäschern und hielt das für einen Effekt ähnlich einer
Aeolsharfe. Wenn durch Nachlassen im Muskeltonus (Leichenstarre (?)) im Brustkorb die restliche Luft aus den Lungen entweicht.
Link
ignorant,
14. September 2007 02:47:03 MESZ
Was aber eher als Seufzen beschrieben wird. Eben wenn die Totenstarre nachlässt oder der Leichnam bewegt wird (beim Umkleiden oder -betten).
Das gemeinte Phänomen scheint direkt beim oder unmittelbar nach dem Tod aufzutreten. Eben wenn jemand verröchelt. Dafür gibt es den Begriff "Sterberasseln" (auch "Terminales Rasseln" oder "Rasselatmung" genannt).
Verrät mir noch jemand, wie die Calvin-&-Hobbes-Verdeutscher sich aus der Affäre gezogen haben?
Und ansonsten die alte Lehrerfrage: Wie lautet der Satz denn im Zusammenhang?
Link
kid37,
14. September 2007 03:38:35 MESZ
Isa fragte, "Taucht das auf, wenn man schon zwei Stunden tot ist?" - dies wiederspräche den Effekten "direkt beim" oder "unmittelbar nach dem" Tod.
Begleitend übrigens eine interessante
Wortfeldanalyse zum Thema.
Link
ignorant,
14. September 2007 09:41:15 MESZ
Ich hätte genauer schreiben sollen: "Das mit 'death rattle' gemeinte Phänomen" usw.
Ein Leichnam kann Stunden nach seinem Tod noch Geräusche von sich geben, ja -- aber die würde man eigentlich nicht unter "Todesröcheln"/"Sterberasseln" fassen, und auch im Englischen würde ich dafür nicht "death rattle" erwarten.
Mag es sein, dass der Autor den Begriff etwas, hm: unscharf benutzt?
(Nebenbei: Das Zitat oben mit "sometime" stammt nicht von einem Mediziner, sondern ist die Aussage einer Romanfigur.)
Link
isabo,
14. September 2007 10:31:02 MESZ
Ja, die Autorin schreibt sogar ziemlich "unscharf". Der Kontext: die Protagonistin hat ihre Mutter umgebracht, mit Handtüchern erstickt, draußen auf der Veranda. Dort liegt sie einzwei Stunden, dann zieht die Heldin sie ins Haus, und dort drinnen ist dann dieses "death rattle" zu hören. Wie würde man das denn auf Deutsch nennen? Die mitgelieferte Erklärung im Buch: "The long, slow rasp releasing from her chest."
Vielen Dank!
Link
bov,
14. September 2007 10:54:51 MESZ
rasp? oder gasp?
"The long, slow gasp (?!) releasing from her chest" klingt eigentlich nicht nach diesem Todesröcheln, zu dem ja irgendeine Art von Sekret gehört. Es klingt eher nach diesem "Seufzen" oder "Schnaufen", das bei Toten auftreten kann, wenn man sie nach dem Tod noch einmal bewegt. Also eher so ein pneumatisches Phänomen.
Link
isabo,
14. September 2007 11:19:31 MESZ
Nee, schon "rasp", as in "raspeln, feilen, schaben, kratzen, schnarren". Aber was die Autorin schreibt, darf man nicht allzu ernst nehmen; ich muss nur wissen, wie das Geräusch auf Deutsch heißt.
Link
bov,
14. September 2007 11:27:34 MESZ
G und R liegen ja auf der Tastatur ganz dicht beieinander. Also vielleicht ein Tippfehler im englischen Original ;-)
[file under: mit karacho in die sackgasse]
Link
ignorant,
14. September 2007 17:05:11 MESZ
(Die Leute machen sich ja im allgemeinen kein Bild davon, wie mühsam es ist, schlechtes, verschwiemeltes Englisch in schlechtes, verschwiemeltes Deutsch zu überführen. Und hinterher wird einem dann auch noch nachgesagt, dass man sein Handwerk nicht beherrsche, weil die Übersetzung unlesbar sei.)
Ich würde sowas schreiben wie: »gedehnter rasselnder/schnarrender/kehliger Klagelaut«. Klingt plausibel, hört sich bedeutend an, und wenn's die Autorin nicht so genau nimmt, dann tue ich das als Übersetzer auch nicht.
Link
isabo,
14. September 2007 19:53:13 MESZ
Oh, Kollege? (Kennen wir uns? Ich bin doch immer so neugierig.) Ich dachte schon, Sie wären Arzt.
Ich versuche ja lieber, aus verschwiemeltem Englisch lesbares Deutsch zu machen. An den Haken in der Story kann man leider meist nicht viel ändern, aber wenigstens sprachlich bemühe ich mich doch nach Kräften. Und jetzt weiß ich immer noch nicht, wie ich das death rattle korrekt übersetze (egal, ob das auf Englisch der korrekte Ausdruck ist).
Todesrasseln jedenfalls scheint beim Sterben zu passieren, nicht zwei Stunden später.
Link
nevesita,
14. September 2007 21:06:46 MESZ
Wahrscheinlich gibt es kein eigenes Wort dafür. Ein
Bestatter schreibt in seinem Blog, dass Verstorbene mitunter beim Umbetten stöhnen. Wenn es dafür einen speziellen Ausdruck gäbe, hätte er ihn vermutlich genannt.
Link
ignorant,
15. September 2007 01:22:12 MESZ
Kollege: ja; kennen: nein. Arzt auch nicht, aber in anderthalb Jahren als Sanitäter so einiges mitbekommen. Ein paar Krimis habe ich ebenfalls schon übersetzt und mir dabei merkwürdigstes Wissen aneignen dürfen. (Und für das "desk" in der Polizeiwache habe ich auch nie eine hundertprozentig zufriedenstellende Lösung gefunden.)
Wenn man einen Funken Selbstachtung im Leib hat, verbessert man den Stil natürlich. Mache ich auch, schon weil es weniger aufwendig ist, als den Murks der Vorlage nachzubilden (manchmal muss die Wirkungsäquivalenz halt hintanstehen). Und schimpfe dabei, weil es eigentlich anderer Leute Aufgabe (gewesen) wäre, den Autor vor sich selbst zu schützen.
Zum Thema: Für das, was die Autorin fälschlicherweise mit "death rattle" bezeichnet, weiß ich auch kein konkreteres Wort als das hier schon mehrfach genannte Stöhnen/Seufzen. Was würde ich machen? Den Satz unauffällig so umbauen oder verkürzen, dass das Todesrasseln daraus verschwindet, nur die Erklärung stehen bleibt? Oder beide Augen zudrücken und mit Todesverachtung den falschen Begriff hinschreiben? Sofern der Aufwand vertretbar ist: ersteres.
(Apropos unvertretbarer Aufwand: Gestern habe ich eine Dreiviertelstunde lang in einem 500seitigen fastvergessenen deutschen religionsphilosophischen Schinken aus den 20ern nach einem einzigen, zudem unscheinbaren Satz gesucht, weil es garantiert irgendeinem Schlaumeier aufgefallen wäre, wenn ich ihn eiskalt aus dem Englischen rückübersetzt hätte. Ich tue mir jetzt noch leid.)
Link
mutant,
16. September 2007 17:07:12 MESZ
ich bin ja fuer profanes und wuerde eiskalt leichenruelpser schreiben.
Link
isabo,
16. September 2007 18:12:56 MESZ
Tja, rauskürzen geht nicht so recht, weil noch zweidrei Mal Bezug drauf genommen wird. Ich habe jetzt aus dem Todes- ein Totenröcheln gemacht, dann ist klar, dass das bei bereits Toten passiert und nicht bei Sterbenden. Google kennt das Wort nicht, dann ist es eben meins, und es erklärt sich so schön von selbst. Lieber wär mir natürlich, ich hätte einen korrekten Ausdruck.
Link
therealstief,
17. September 2007 14:37:10 MESZ
Nach Toresschluß: Todesseufzer ( lt. Google recht geläufig).
Link