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Jahresrückblickfragebogen 2008

Zugenommen oder abgenommen?
Bisschen abgenommen. Ich habe ja im Oktober 2007 aufgehört zu rauchen und daraufhin in Rekordzeit sieben oder acht Kilo zugelegt. Alles noch 2007. Davon ist die Hälfte wieder runter, schätze ich, aber meine Hosen passen immer noch nicht wieder, ich trage seit über einem Jahr fast nur Röcke. Wogegen ja auch nichts einzuwenden ist.

Haare länger oder kürzer?
Ich bin nicht mal sicher, ob ich dieses Jahr beim Friseur war, wahrscheinlich schon. Wenn ja, dann hat er sie kürzer gemacht, was sonst, und dann sind sie wieder gewachsen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger, erschreckend. Nach nur einem Jahr Brille hat sie mir nicht mehr gereicht und ich brauchte eine doppelt so starke. Ich hoffe, das hört jetzt wieder auf.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Keine Ahnung. Schätzungsweise etwa gleich, ach nee: siehe „teuerste Anschaffung“ weiter unten.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr! Ich bin gejoggt wie ein Weltmeister, Frühjahr, Sommer, Herbst, am Ende eine ganze Stunde lang, und äh, demnächst auch wieder, bestimmt!

Der hirnrissigste Plan - Die gefährlichste Unternehmung
Ach Kinders, ich bin doch immer so ekelhaft vernünftig.

Die teuerste Anschaffung
Auto. Wir haben ein richtig erwachsenes Auto gekauft. Ein vernünftiges.

Das leckerste Essen
Hühnersuppe. Immer wieder. Nichts wirklich Besonderes, nur eine ganz normale Hühnersuppe. Und neulich im Nil. Und vor einer Weile im Café Paris. Und überhaupt: Essen ist super.

Das beeindruckendste Buch
Die Leseliste 2008 kommt noch. Sie ist zu kurz, wie immer, aber es war viel Gutes dabei. Im Moment lese ich Middlesex von Jeffrey Eugenides und bin schwer begeistert.

Der ergreifendste Film
Walk the line, der Film über Johnny Cash.

Die beste CD
Viele. Als erstes natürlich Gisbert zu Knyphausen, sicher die mit Abstand am öftesten gehörte CD des Jahres. Desweiteren: PeterLicht, Peter Fox, Nils Koppruch, Wolfgang Müller. Ein Jahr der deutschen Texte, scheints.

Das schönste Konzert
Auch viele. Zweimal Veranda Music, habe ich hier eigentlich schon oft und eindringlich genug Werbung für Veranda Music gemacht? Die aktuelle CD ist ganz groß, und live sind sie toll. Ebenfalls zweimal Gisbert, ebenfalls super, man möchte ihn gleich mit nach Hause nehmen. Und dann natürlich Miss Li, die Frau mit dem umwerfenden Lächeln und der unfassbaren Energie.

Die meiste Zeit verbracht mit …
Dem Mann und dem Internet. Möglicherweise in umgekehrter Reihenfolge, das soll nächstes Jahr anders werden. Das mit der Internetsucht kann jedenfalls so nicht weitergehen.

Die schönste Zeit verbracht mit …
Ausgehen und Freunde treffen. Wie immer. Ich bin ein Sozialtier, ich liebe es, Menschen um mich herum zu haben, Leute zu treffen oder Besuch zu haben, zu reden, zu essen, zu trinken, zu lachen.

Vorherrschendes Gefühl 2008
Beruflich müsste sich endlich mal was tun, es müsste vorangehen, sich etwas verändern, es könnte, sollte, müsste, ich warte darauf, und dabei weiß ich natürlich ganz gut, dass das nicht von allein passiert, sondern ich was dafür tun müsste.

2008 zum ersten Mal getan
Bei gleich zwei Bloglesungen vor Leuten eigene Texte vorgelesen. Fühlt sich ein bisschen anders an als Übersetzungen zu lesen, man ist ein bisschen nackter, aber es hat Spaß gemacht. Mache ich gerne wieder.
In Hamburg in der Oper gewesen (Zauberflöte), und das war so toll, dass wir gleich nochmal gegangen sind (Le Nozze de Figaro) und das war so toll, dass wir schon wieder Karten haben (Cosí fan tutte). Als nächstes könnte man mal den Komponisten wechseln.

2008 nach langer Zeit wieder getan
Gelaufen. Eifrig, stolz, begeistert und dann einfach wieder aufgehört, ich blöde Kuh.

Worauf ich gut hätte verzichten können
Die Krankheiten meines Vaters.
Selbst krank im Bett liegen und kotzen, statt meinen eigenen Workshop zu leiten.
Und die echten Scheißgeschichten lassen sich nicht bloggen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte
Dass am Ende sowieso alles gut wird, immer. Alte Regel.

2008 war mit 1 Wort
ein langer, ruhiger Fluss.

Link  *  30. Dez, 11:16  *  comment

 

gerdbrunzema, 30. Dezember 2008, 11:45
Ok, 2007 war ein ruhiger Fluß. Aber was ist mit 2006?

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isabo, 30. Dezember 2008, 11:50
Hihi, danke, korrigiert. Das kommt von copy and paste.

Ja, 2007 und 2006 wohl auch. Wenn ich mir andere so angucke, dann ist mein ganzes Leben ein langer, ruhiger Fluss. (Ich kenne den Film übrigens gar nicht.)

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handfeger, 30. Dezember 2008, 13:36
Hi, Hi, das dachte ich mir. Denn wenn ich mich recht erinnere, spielt Daniel Gelin in diesem Meisterwerk einen stets betrunkenen Frauenarzt, der mit seiner Sprechstundenhelferin schläft (ein zu harmloses Wort für das, was sie in seiner Praxis treiben) und ihr die Ehe verspricht, aber seine Frau nie verlassen wird. Als ihr das klar wird, nimmt sie Rache indem sie zwei Babies nach der Geburt vertauscht: Einen Jungen aus besten bürgerlichen Kreisen mit einem Mädchen aus unterstem Milieu... und was dann kommt, ist das Gegenteil von einem Leben wie ein langer ruhiger Fluss: Die Genetik im Widerstreit mit der Erziehung. Das wäre für ein vernünftiges Mädchen doch mal eine Anregung für 2009? (Und für mich die Anregung, mir endlich mal alle Filme von Etienne Chatiliez zu besorgen)

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hora sexta, 3. Januar 2009, 16:40
Da haben Sie ja gleich die oberste Sahneschicht der Operntorte erwischt. Andere Komponisten werden es nach einem solchen amuse oreilles schwer haben bei Ihnen (gibt aber welche, die sehr nahe drankommen und sich sogar vorbeigemogelt haben...).

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isabo, 3. Januar 2009, 17:50
Oh, Missverständnis. Es ist gar nicht so, dass ich vorher noch nie in der Oper gewesen wäre. Nur noch nie in Hamburg. Und noch nie so rundum begeistert, glaube ich. [Diese Susanna. Unglaublich. Umwerfend. Bezaubernd.]
Und ich bin auch für alle Komponisten offen, außer Wagner. [Anke, Dein Einsatz!]

Ach ja: möglicherweise habe ich tatsächlich vorher nie die Zauberflöte gesehen. Dabei ist das die einzige Oper, die ich "kenne", im Sinne von "großteils mitsingen kann". Neben Fidelio bzw. Leonore. Was ich auch noch nie gesehen habe.

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hora sexta, 3. Januar 2009, 18:33
Die Zauberflöte finde ich persönlich ja eher unerträglich.

Und Wagner für Sie nicht im Plan wegen der teils verquasten Nordgötterstories? Oder wegen der Musik? Die ist allerdings drogenverdächtig mit allen Vor- und Nachteilen. Zum Anfixen: Holländer. Oder Tannhäuser. Das rumst ganz schön und die Stoffe gehen auch dem Erdenmenschen rein.

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isabo, 3. Januar 2009, 23:05
Nee, Wagner wegen der Musik nicht. Ich höre lieber Melodien. Würde ich Wert auf die Story legen, dann könnte ich die Zauberflöte kaum mögen, denn die Story ist ja ebenfalls der reinste Drogenrausch. Bei der Hamburger Inszenierung übrigens hat der Bühnenbildner offenbar dieselben Drogen genommen wie Mozart, das passt hervorragend. Wenn man sich nach dem ersten Schreck dran gewöhnt hat.

Ich habe vor einigen Jahren die Walküre gesehen, und es war ein bisschen wie Proust lesen, um hier gleich das nächste Sakrileg zu begehen: ich fand nach einer Weile, dann wisse ich ja jetzt, wie es ist, und bräuchte den Rest nicht auch noch. Allerdings fand ich Proust super und habe ihn trotzdem nicht zu Ende gelesen, Wagner nicht so, habe die Walküre aber immerhin ausgesessen.

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