Krank, Tag sechs
Was, schon sechs Tage? Morgen geh ich aber wirklich zum Arzt.
Rotz. Schnotz.
Wo kommt denn bloß immer der Rotz her?
Und wenn es dann wenigstens Rotz wär’,
es ist aber viel zu dick,
und ekelick
es kommt nicht raus, verkleistert mir nur das Gehirn. Und manchmal macht es lustige Geräusche in meinem Kopf, es knackt, wenn der Rotz sich irgendwohin verschiebt, ganz langsam, Kontinentaldrift nichts dagegen. Ich glaube, ich habe was kaputtgemacht in meinem Kopf, mich zu fest geschnäuzt, und jetzt tut es beim Schnäuzen und Husten und Bücken immer genau da weh, wo eben der Druck hindrückt, wenn man sich zu fest schnäuzt.
Zum Trost heute Spaßmusik gekauft, von Me First & the Gimme Gimmes, die machen Punkversionen von alten Schlagerklassikern wie Leaving on a Jet Plane und Seasons in the Sun, das ist lustig. Aber Spaß hin oder her, Punkmusik hilft auch nicht wirklich gegen Kopfschmerzen, und ich glaube, das Fieber ist auch wieder da. Hello darkness my old friend. Dafür kann ich aber wieder sprechen.
Heute zustandegebracht: gelesen. Hui, was hab ich gelesen! Das waren locker, ach, dreißig-vierzig Seiten? Jetzt ist Wolf Haas alle, auch blöd. Beziehungsweise Brenner ist alle, Wetter ist noch übrig, Formel eins interessiert mich nicht so. Desweiteren vollbracht: Suppe gekocht, Suppe ist mein Sanitäter in der Not, Suppe ist mein Fallschirm und mein Rettungsboot, leider gleich alles aufgegessen, bis auf den letzten Tropfen. Output an Denkarbeit heute gleich null, Gedanken schwappen in meinem Kopf herum wie Suppe, etwas schneller als der Kontinentaldriftrotz, aber ähnlich sinnlos, und ich hoffe, dass sich Rotz und Gedankensuppe nicht durch das reingeschnäuzte Loch irgendwo im Kopfinneren miteinander vermischen, denn Ordnung muss sein.