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Donnerstag, 30. September 2010
Erkenntnis. Und Tür zu.

Die Erkenntnis ist: Das mit den zwei Blogs funktioniert nicht. Dauernd überlege ich, wohin ich etwas tue, die Trennung in privat und beruflich klappt nicht, und irgendwie will ich das auch gar nicht. Und weil ich da drüben so eine schöne eigene Domain mit meinem eigenen Namen habe und es auch irgendwie mal Zeit für was Neues ist, geht es jetzt also dort weiter. Bitte hier entlang. Blumen und Einweihungsgeschenke bitte gleich drüben abgeben. Danke! Hier ist dann jetzt Schluss.

Tschüss antville! War schön hier, aber jetzt ziehe ich weiter. Ich werde sicher manchmal Heimweh nach dem Ameisenhügel haben. Aber ich hoffe, Ihr kommt alle mit. (Lesezeichen + Blogroll ändern und so. (Na kommt.))

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Montag, 27. September 2010
Flaggen

Vor gut zwei Jahren stand plötzlich ein Flaggenmast hinterm Haus, geflaggt war meistens Deutschland oder Hamburg. Etwa zur gleichen Zeit bekamen wir neue Fenster, daher war unser Vermieter, der im Erdgeschoss wohnt und den Mast bestückt, öfter bei uns in der Wohnung und beaufsichtigte die Handwerker. Wir kamen ins Gespräch, ich sagte, dass ich zwei Tage später Geburtstag hätte, da fragte er, ob ich Besuch bekomme und aus welchem Bundesland. Aus Bayern, sagte ich überrascht, und fragte mich insgeheim, was ihn das eigentlich anging. Bayern, sagte er, die Flagge habe er noch nicht, er habe bisher erst Schleswig-Holstein und Niedersachsen, weil dort die Enkelkinder wohnen. Aber wir sollten ihm jetzt immer sagen, aus welchem Bundesland wir Besuch bekommen, damit er entsprechend flaggen kann. Soweit kommts noch, dachte ich, und sagte vermutlich jaja.
Am nächsten Morgen wehte die Bayernflagge, und mein Besuch konnte kaum glauben, dass sie tatsächlich seinetwegen dort hing.
Wir haben uns daran gewöhnt. Irgendwie ist es ja auch nett, morgens aus dem Küchenfenster zu gucken und sich zu fragen, welches Bundesland das überhaupt ist, und wer wohl Besuch dorther hat. Nicht, dass auch nur einer der Hausbewohner dem Vermieter je Bescheid sagen würde, aber sobald ein fremdes Auto vor der Tür steht, weiß er das und flaggt entsprechend.

Schon länger gibt es auch eine Geburtstagsflagge, und spätestens wenn die hängt, wird man dann wirklich neugierig und möchte wissen, wem sie gilt. Wenn niemand Besuch oder Geburtstag hat, ist meistens Deutschland oder Hamburg geflaggt.

Heute hängt die Deutschlandfahne zum ersten Mal auf halbmast. Ich habe keine Ahnung, warum, und ein bisschen Angst.

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Dienstag, 21. September 2010
Isa veröffentlicht ihre Skype-Protokolle, zweifelt an ihrer Umgangssprache, gibt ein Seminar und überbringt mittendrin Komplimente

[10.09.10 20:41:13] Maximilian: schön auch, wenn man eine übersetzung von dir gleich am ersten satz erkennt :-)
[10.09.10 20:41:31] isa: nämlich?
[10.09.10 20:41:34] Maximilian: da ist ein isa-lieblingswort drin
[10.09.10 20:42:03] isa: welches denn?
[10.09.10 20:42:17] Maximilian: bescheuert
[10.09.10 20:42:24] isa: hihi
[10.09.10 20:42:29] isa: sagt man das sonst nicht?
[10.09.10 20:42:30] Maximilian: das benutzt sonst kein mensch
[10.09.10 20:42:33] isa: echt?
[10.09.10 20:42:34] isa: hm
[10.09.10 20:42:35] isa: sondern?
[10.09.10 20:42:35] Maximilian: aber du dauernd
[10.09.10 20:42:57] Maximilian: irre, meschugge, bemackt, bekloppt, nicht ganz dicht, behämmert etc
[10.09.10 20:43:20] Maximilian: aber bescheuert ist echt exotisch, im schriftdeutsch
[10.09.10 20:43:29] Maximilian: eben isa
[10.09.10 20:43:34] Maximilian: ich mag sowas
[10.09.10 20:43:36] isa: "bemackt" hast Du Dir in dieser sekunde ausgedacht, das gibt es gar nicht
[10.09.10 20:43:48] isa: und meschugge ist ja nun auch ziemlich speziell, viel spezieller als bescheuert
[10.09.10 20:43:51] Maximilian: doch, das ist gerade ziemlich jugendnah
[10.09.10 20:43:56] isa: meschugge?
[10.09.10 20:43:59] Maximilian: bemackt
[10.09.10 20:43:59] isa: quatsch
[10.09.10 20:44:16] Maximilian: meschugge eher aussterbend
[10.09.10 20:44:20] Maximilian: aber schön
[10.09.10 20:44:28] isa: ja
[10.09.10 20:44:31] Maximilian: wie plemplem
[10.09.10 20:44:46] Maximilian: lange nicht gehört

Jau. Meschugge und plemplem und bemackt vorschlagen, aber mir erzählen, kein Mensch würde heute mehr bescheuert sagen. Herr Maximilian! Ich habe heute meine Studentinnen gefragt. Sie haben mich ganz verständnislos angeguckt und gesagt, wie, wieso, bescheuert ist doch völlig normal, das sagt jeder dauernd, total selbstverständliches Wort.
Danke, Mädels! Ich dachte schon, mit meiner Umgangsprache stimmt was nicht.

Wenige Stunden später die Frage, ob ich auch andere Blogger kenne. Zum Beispiel den von den Herzdamengeschichten. Die seien ja so – haaaaach! Ja, sprach ich, ich bin sogar Patentante von Sohn 2. Haaaach, Du kennst Sohn zwei! Ja, sagte ich stolz. Und Sohn eins und die Herzdame auch, und Maximilian sei übrigens der, der behauptet hat, kein Mensch würde „bescheuert“ sagen.
Sir, ich soll Dir ausrichten: das ist ja wohl total bescheuert, so was zu behaupten.

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Samstag, 18. September 2010
Paper Dreams. Hübsches aus Papier

Paper Dreams from Kenneth Onulak on Vimeo.

(Für ein Vollbild auf das Pfeilviereck zwischen HD und Vimeo klicken.)

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Freitag, 17. September 2010
Bonjour Tristesse, Du alte Hackfresse!

Martina Kink (42), lebt und schreibt in München. Aber erst, seit sie in Rosenheim geboren und in Reit im Winkl aufgewachsen ist, in München das Studium abgebrochen, in München als Sekretärin Kaffee gekocht und in New York gelernt hat, wo sie hin will.

Isabel Bogdan, geboren 1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Übersetzt seit 10 Jahren Literatur aus dem Englischen und bloggt unter … is a blog über Bücher und das Leben. Außerdem ist sie Vorsitzende des Vereins zur Rettung des "anderthalb".

Andreas Udluft ist freier Autor in Hamburg. Aufgewachsen in der DDR, war er zunächst Diskotheken-Betreiber, Leichenfahrer und Psychiatrie-Pfleger. Dann Jurastudium und kurze Anwaltstätigkeit, Schreiben für Zeitungen und Zeitschriften. Nach Anstellungen bei verschiedenen TV-Formaten (etwa "Unter uns") inzwischen freier Autor fürs Fernsehen (z.B: "Das perfekte Dinner"). Gründungsmitglied der Hamburger Autorengruppe "The Günter Grasses".

Maximilian Buddenbohm, geboren 1966 in Lübeck, studierte Bibliothekswesen in Hamburg. Heute arbeitet er als Controller für eine Marktforschungsfirma und betreibt nebenbei zusammen mit seiner Frau eine kleine Internetagentur. Er bloggt seit sechs Jahren mit großem Publikumserfolg über seine Kindheit und Jugend an der Ostsee, seine Frau (die Herzdame) und das Leben mit seinen zwei Söhnen. Schreibt auch Bücher.

Und Klaus Friese hat uns schon letztes Mal so charmant moderiert, den haben wir einfach behalten.

Kommt alle! Der Flyer darf auch gern mitgenommen und anderswo ausgelegt werden.

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Mittwoch, 15. September 2010
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Dienstag, 14. September 2010
Warum ich keine englischen Bücher lese

werde ich immer wieder gefragt, wenn Leute meine Leseliste sehen. Die ausführliche Antwort steht jetzt hier. Total provokativ!

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Freitag, 10. September 2010
Darf ich vorstellen:

(Foto: Jens Scholz. Mann: meiner. T-Shirt: French Connection.)

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Donnerstag, 9. September 2010
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Dienstag, 7. September 2010
Tiere. (Nein, nicht essen. Auch nicht nicht essen. Was ganz anderes.)

Was ich nicht verstehe: Wer sich freiwillig ein Tier in der Wohnung hält, das da frei herumläuft, sagen wir: eine Katze – aber okay, da fängt es schon an, dass ich es nicht verstehe, mein Verstand hat zwar so eine Ahnung, dass es damit zu tun haben muss, etwas Lebendiges herumlaufen zu haben, etwas Weiches zum Streicheln oder so, aber dann sagt mein Verstand mir gleich hinterher, was mein Gefühl auch schon gesagt hat, dass nämlich diese ganzen Ekligkeiten, der Geruch des Tiers und seines Futters, die Haare überall, Kotze, Kacke und so weiter, dass das ja wohl stärker ist als das Bedürfnis, etwas Lebendiges zum Anfassen zu haben, beziehungsweise dass ich persönlich es schrecklich fände, wenn mein Bedürfnis, etwas Lebendiges anzufassen, sich nicht mehr damit befriedigen ließe, Menschen anzufassen, sondern ich mir eine Katze anschaffen müsste, die kotzt und kackt und stinkt, wobei Katzenbesitzer das mit dem Stinken ja gar nicht merken, ich kenne keinen einzigen Katzenbesitzer, der nicht behaupten würde, seine Katze stinke nicht, aber natürlich riecht in Wahrheit doch die ganze Wohnung danach, am schlimmsten ist das Feuchtfutter, e-kel-haft, also, wo war ich? Wollte sagen, ich kann schon nicht nachvollziehen, wieso Menschen sich freiwillig ein Tier ins Haus holen, aber ich weiß ja, dass es viele gibt, die das ganz anders sehen und ganz anders empfinden, und die sind auch keineswegs alle sozialgestört, es ist also wohl einfach eine andere Einstellung oder so, vielleicht finden sie es gar nicht so schlimm, morgens zu twittern „schon wieder barfuß in Katzenkotze getreten“, ich will so was morgens beim Aufstehen nicht mal lesen, aber wer weiß, es gibt ja sonderbare Hobbies, wer bin ich, darüber zu richten, jedenfalls, nehmen wir also an, dass es ganz normal und für die Leute sogar schön ist, so ein Tier zu haben, aber was ich dann wirklich nicht verstehe, ist: warum dieselben Leute anfangen zu quieken, wenn eine Maus in ihrer Wohnung ist. Oder eine Spinne. Meine Güte, so ein kleines Mäuschen, die sind doch ganz niedlich und fusseln viel weniger, sie kratzen nicht die Möbel kaputt und die Kleider und die Haut, man muss ihnen nicht so einen grottenhässlichen Kratzbaum ins Wohnzimmer stellen, sie latschen einem nicht auf der Tastatur herum und wecken einen morgens nicht, sie kommen nicht ins Bett, ich meine, Katzenbesitzer lassen ihre Katzen üblicherweise sogar in ihr Bett! und sie kotzen nicht oder wenn doch, dann höchstens so wenig, dass man nicht gleich drauf ausrutscht. Okay, Mäuse gehen nicht auf ihr eigenes Klo, sondern kacken irgendwohin, aber sonst? Das bisschen Mäusekacke kann doch jemanden nicht erschrecken, der freiwillig eine Katze in sein Bett lässt, ihr Klo leert und in ihre Kotze tritt, und vor allem: so ein Mäuschen wird man ja auch wieder los. Vertreiben, fangen, Falle stellen, Katze draufhetzen, was weiß ich. Und Spinnen, meine Güte. Fangen und rauswerfen. Alternativ auch Hausschlappen oder Staubsauger. Aber bei so kleinen Tieren die Panik zu kriegen, wenn man sich freiwillig und absichtlich viel größere und fusselndere und stinkendere hält, das verstehe ich tatsächlich nicht.

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Danke an alexamalex für die Empfehlung, habe ich gerne gelesen!

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Montag, 6. September 2010
Hieronymustag

Am 30. September ist der Tag des heiligen Hieronymus, des Schutzpatrons der Übersetzer. Aus diesem Anlass schwärmen auch dieses Jahr wieder Übersetzer in Deutschland und der Schweiz aus in Buchhandlungen, Literaturhäuser, Bibliotheken und Restaurants, lesen aus ihren Übersetzungen und sprechen darüber. Die vollständige Liste aller Veranstaltungen in Berlin, Bremen, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Winterthur gibt es hier.

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Freitag, 3. September 2010
TIERE ESSEN. Übersetzer lesen Foer.

Brigitte Jakobeit, Ingo Herzke und ich stellen im Restaurant Trific Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ vor. Dazu kocht Oliver Trific ein veganes (!) Drei-Gänge-Überraschungsmenü.

Mittwoch, 29.09.2010
19.30 Uhr
Kosten: 29,- € für das Essen

Da die Anzahl der Plätze begrenzt und das Interesse groß ist, bitte telefonisch direkt im Trific anmelden.

Tel. 040/21996927

Restaurant Trific, Eppendorfer Weg 170, 20253 Hamburg

UPDATE 17.09.2010: Die Lesung ist ausverkauft!

NOCHN UPDATE 28.09.2010: Es gab ein paar Absagen, seit heute sind ein paar wenige Plätze wieder frei!

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Donnerstag, 2. September 2010
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Mittwoch, 1. September 2010
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Johanna Straub: Das Beste daran.

Die Buchbesprechungen erscheinen jetzt im "Berufsblog", ich werde aber hier weiterhin darauf hinweisen. Bitte auf das Cover klicken. (Tolles Buch nämlich.)
Wie das mit den zwei Blogs auf die Dauer wird, oder ob ich sie am Ende doch wieder zusammenlege, wollen wir mal sehen.

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Montag, 30. August 2010
Kurios

Die Nominierungen für den kuriosesten Buchtitel des Jahres sind da! Mehr hier.

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Note to myself:

When you setz Milch auf, never ever niemals nicht go to the computer and the internet, and no, auch nicht nur kurz.
There is Hoffnung for the Ceranfeld, I may be able to get it sauber if I put some work into it. But for the Topf I see schwarz.

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Sonntag, 29. August 2010
Guckt mal!

Nachdem Percanta vor einem guten halben Jahr 40 Tage in Buenos Aires war, ist sie jetzt für 12 Tage in Santiago. Und nimmt uns mit.

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Samstag, 28. August 2010
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Judith Schalansky: Blau steht dir nicht. Matrosenroman

Der Roman beginnt so:
Ihre Großeltern wohnten am Meer. Sie wurden nie müde zu betonen, dass sie dort wohnten, wo andere Urlaub machen. Die Großmutter sagte es auch an diesem Morgen, als sie dem Großvater auf der Veranda Kaffee nachschenkte. Er stoppte sie mit einer Handbewegung. Neben ihm nickte Jenny, wippte ein wenig auf ihrem Stuhl und schaute aufs Fensterbrett. Dort waren die Schätze der Großmutter sorgfältig aufgereiht: eine Holzpuppe aus Ungarn, eine Vase mit blauäugigen Pfauenfedern, eine flammenfarbene Korallenkette in einer offenen Schatulle, zusammengerollt wie eine Schlange. Etwas abseits lag ein Seeigel.

Der „Matrosenroman“ hat nur gut 130 Seiten in sechs Kapiteln und ist irgendwie gar kein Roman. Kapitel eins, drei und fünf erzählen von Jenny, die immer wieder mal bei den Großeltern auf Usedom ist und mit dem Großvater herumzieht und das Meer kennenlernt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um die Kindheitserinnerungen der Autorin handelt, zumal immer wieder private Fotos abgebildet sind.
Die Kapitel zwei, vier und sechs werden von einem erwachsenen „Ich“ erzählt, wohl von der erwachsenen Jenny, die als Kind ihre Faszination für Matrosen entdeckte und sie als Erwachsene immer noch empfindet. Diese Erwachsenengeschichten empfand ich als irgendwie undurchsichtig – sie fährt irgendwohin, sieht etwas, zum Beispiel einen Matrosen, und schweift dann ausgiebig ab in historische Berichte über verschiedene Leute, sodass wir am Ende die Hand voller Puzzleteile haben, die sich aber zu keinem Gesamtbild zusammenfügen wollen. Es kommen halt immer wieder Matrosen vor.
Das Buch macht mich völlig ratlos. Immer wieder wunderschön, schöne Bilder, aber eben nur im Kleinen. Man hat den Eindruck, Judith Schalansky hat ein paar Fotos von Menschen in Matrosenanzügen gesammelt, etwas dazu geschrieben, und bevor sich daraus etwas Zusammenhängendes ergeben konnte, war es schon gedruckt.

Judith Schalansky ist ansonsten übrigens die Frau, die den wundervollen Atlas der abgelegenen Inseln verfasst hat, den Sie hoffentlich alle schon längst gekauft haben. Wenn nicht: los.

Judith Schalansky steht im Regal zwischen Marjane Satrapi und Bernhard Schlink.

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Freitag, 27. August 2010
Tiere essen. Interview mit mir selbst

So, jetzt habe ich endlich auch noch etwas über "Tiere essen" geschrieben: ein Interview mit mir selbst. Bitte aufs Buchcover klicken!

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Donnerstag, 26. August 2010
Hihi

von Claus Ast vom Skizzenblog. Danke!

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Mittwoch, 25. August 2010
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Zoë Beck: Das alte Kind

Der Roman beginnt so:

Berlin, September 1978
Carla musste lachen. „Das ist nicht mein Kind“, sagte sie.
Die Schwester sah sie erschrocken an. „Ach Gott, das ist mir jetzt aber peinlich!“ Sie nahm Carla den Säugling aus den Armen und beeilte sich, aus dem Zimmer zu kommen.
„Für manche sehen sie alle gleich aus“, sagte die Frau im Bett neben ihr. Schwere Neurodermitis. Carlas Gürtelrose war abgeheilt, sie durfte ihr Kind wiedersehen, und sie hatte sich über eine Woche auf diesen Tag gefreut.

Das Kind, das man ihr jetzt bringt, ist aber nicht ihres. Dummerweise glaubt ihr das niemand. Nicht mal ihr Mann, ein erfolgreicher Pianist, der dauernd unterwegs ist, und das Kind zuletzt im Alter von zwei Wochen gesehen hat. Jetzt ist es sechs Monate alt. Carla wird allgemein für verrückt gehalten, natürlich sei das ihr Kind, heißt es. Und dann stellt sich etwas später auch noch heraus, dass das Kind unter Progerie leidet, einer Art vorschneller Alterung, und nicht besonders alt werden wird. Jetzt nimmt man erst recht an, Carla akzeptiere ihr Kind nicht, weil es krank ist.
Ungefähr dreißig Jahre später wacht in Edinburgh eine junge Frau namens Fiona mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne auf und kann gerade noch rechtzeitig den Notarzt rufen. Sie weiß nicht, was passiert ist, ist sich aber sicher, dass sie das nicht selbst getan hat, sondern jemand sie umbringen wollte. Ihr glaubt ebenfalls niemand.
Und wie das alles zusammenhängt und wer warum wann was getan hat, und warum zwischendurch auch noch Leute totgehen (bzw. totgemacht werden) und gar nicht diejenigen sind, die sie glauben, ist dann wirklich spannend zu lesen. Vor allem, wenn man eh gerade in Schottland ist und das Buch mitnimmt auf Sessions und die passende musikalische Untermalung dazu hat, und in Edinburgh an der Treppe am Scotsman vorbeikommt, und noch mal mit Gänsehaut runterguckt, dann liest sich das herrlich einfach so weg. Ich kenne mich mit Krimis nicht aus, aber das war gut geschriebene, spannende Unterhaltung. Wie auch schon der Vorgänger „Wenn es dämmert“. Madame: wenn ich das nächste Mal nach Schottland fahre, hätte ich gern den nächsten Band. Weißte Bescheid, schreib zu.
Zoe Beck ist übrigens das (nicht besonders geheime) Pseudonym von Henrike Heiland und steht im Regal zwischen Ludwig Bechstein und Jurek Becker.

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Montag, 23. August 2010
Project

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Sonntag, 22. August 2010
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Katrin Seddig: Runterkommen

Ja, ja, ja! Leute, es gibt da draußen so viele so tolle Bücher, es ist die wahre Pracht, lest! Lest tolle Bücher, zum Beispiel dieses hier. Es fängt so an:

Als er in seinem schwarzen Mercedes-Benz um die Ecke summt, kneift sie die Augen zusammen und umarmt den sonnenwarmen Stamm.
Mein Freund, der Baum.
Sie pult ein paar Stücke aus der weichen, moosigen Rinde und tritt vor Aufregung mit der Fußspitze gegen das Holz. Von vorn das Ploffen der Wagentür, das Knacken der Verriegelung, sie kennt sein Auto, auf dem Nummernschild seine Initialen und ein Aufkleber: Ich bremse auch für Rentner. Er streckt sich, Arme Richtung Himmel, eine unglaubliche Bläue heute, wie glühendes Metall, Flecken unter den Achseln, sein Ehering blitzt – Ehe, da war doch was – und macht dabei ein Geräusch wie ein Tier aus einem Zeichentrickfilm.

Dani steht hinter einem Baum am Waldrand und beobachtet Erik. Erik ist ein gutsituierter Anwalt mit Einfamilienhaus im Grünen, Frau und zwei Kindern. Dani ist Putzfrau und hat ein Problem. Erik hat auch Probleme, seine Frau ebenfalls, in weiteren Rollen: Tom, Karin, Doreen, Zusanna, Thomasz, Johannes und so weiter: alle haben ihre Probleme, manche eine handfeste Macke, alle wären gern ein bisschen glücklich und sind ein bisschen kaputt. Alle wollen Sex, manche haben reichlich davon, andere nicht. Die meisten trinken, manche mehr, andere weniger.
Irgendwann entdeckt Erik Dani auf ihrem Beobachtungsposten am Waldrand. Er findet es erregend, beobachtet zu werden, eine Weile lang spielen die beiden eine Art Spiel. Bis das nicht mehr gut geht und die anderen alle auf die ein oder andere Weise mit hineingezogen werden. Jeder liebt jemanden, oder auch nicht, schläft aber mit jemand anderem, oder auch nicht, deswegen passiert alles mögliche, und am Ende geht es keinem wirklich besser. Oder vielleicht dem ein oder anderen ein kleines bisschen besser, anderen ein bisschen schlechter. Oder eben auch nicht, man weiß es nicht. Wie im Leben. Und das alles wird in einer Sprache geschildert, die schnoddrig ist und schonungslos und echt und so ehrlich, dass es manchmal weh- und immer guttut, so ohne jeden Kunstwillen, und das muss man auch erstmal können, dass es so wirkt wie einfach so dahingeschrieben, weil es nun mal so ist. Und die Dialoge.

Ich habe Katrin Seddig mal im Literaturhaus lesen hören, bei der Verleihung der Förderpreise vielleicht? Ich weiß es nicht mehr, jedenfalls fand ich sie da so gut, dass wir sie zu Kaffee.Satz.Lesen eingeladen haben, da war sie schon wieder so gut, und seitdem habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Sehr zu recht.
Ach, toll. Dummerweise habe ich immer, wenn ich ein so tolles Buch ausgelesen habe, Angst, dass das nächste weniger gut wird. Schaumermal.

Katrin Seddig kommt im Regal zwischen David Sedaris und Anna Seghers.

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Kommentare
Anderthalbfache Unterstützung!
Christl Klein, vor 6 Jahren
Hm, Tempers Kommentar ist ja
schon von 2008 - ich schätze eher nicht, dass...
isabo, vor 7 Jahren
Zettel's Ingo Maurer Hallo,
ich habe Ihren Beitrag zur Zettel's-Lampe gefunden. Da ich sie gerne...
Christiane Thomaßen, vor 7 Jahren
das ist ein hobby
von mir. antizyklisches kommentieren ;)
fabe, vor 7 Jahren
Das hier ist ja
schon eine Weile her. Hihi.
isabo, vor 7 Jahren
hier war ja neulich
stromausfall. menschen sind merkwürdig.
fabe, vor 7 Jahren
endlich endlich setzt jemand ein
Zeichen gegen das ständige Aussterben schöner Wörter! Da bin ich...
federfee, vor 7 Jahren
Lassen Sie doch vielleicht mal
Ihr Assoziationsmodul überprüfen, das spielt ja geradezu verrückt. Das...
isabo, vor 8 Jahren
Oh, vielen Dank!
isabo, vor 8 Jahren
grosses Lob Liebe Isabo,
bin ueber Meike auf Dich gestossen und finde Deine Texte ganz...
LvO, vor 8 Jahren
Der Verein lebe hoch, anderthalb
mal hoch Bin dabei.
Jolen, vor 8 Jahren
Da spricht mir wer aus
der Seele. Ich gebe mir auch schon seit Jahren...
Cuguron, vor 8 Jahren
Ha, wir haben auch nur
Fangen (hieß einfach "fanga") ohne so ein Hintertürchen gespielt....
Irene, vor 8 Jahren
Meiner hat mir nur von
dem Smiley auf seiner Krone erzählt. Und ob ich...
strandfynd, vor 8 Jahren
Bin gerade erst über das
Interview gestolpert - für mich als Auch-Japanisch-Übersetzerin doppelt und...
frenja, vor 9 Jahren
Beide haben Fahnenmasten, der linke
und der rechte Nachbar. Und beide haben die Deutschlandfahnen...
croco, vor 9 Jahren
das hier geht woanders
nicht besser, aber versuch macht kluch...
don papp, vor 9 Jahren
Ja. Ich habe aber erstens
Schimpfe bekommen für dieses wunderschöne, kühle, coole, elegante, heißgeliebte...
isabo, vor 9 Jahren
Sie wissen aber schon,
dass das hier schöner ausschaut?
leavesleft, vor 9 Jahren
Gute Entscheidung. Trennung in beruflich
und privat ist unpraktisch (für alle Beteiligten) und wenig...
textundblog, vor 9 Jahren
Jo. Dann.
isabo, vor 9 Jahren
Möchten Sie es wissen?
kinomu, vor 9 Jahren
alles gute und auf nach
drüben!
skizzenblog, vor 9 Jahren
ja ja ja!!! ES geht
es geht es geht!!! (aber halt ohne Editieren, wurscht!)...
g a g a, vor 9 Jahren
Ich GLAUBE, ich habe
das Captcha- Dings jetzt weggemacht. Kannst Du es nochmal veruschen?
isabo, vor 9 Jahren

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