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16
Apr

Auch das noch:

Unser Fieberbibersong wurde bei YouTube rezensiert:
''der beat is geil, aber die stimme irgendwie schlecht zu verstehen''.

Das ist schlimm genug. Was mir aber endgültig das Herz bricht, ist, dass ichichich, die treulose Tomate, was sag ich, der Verräter, gleich überlegt, sich eine Neue zu suchen.

Ich zieh mir jetzt die Decke über den Kopf und weine ein bisschen. Internet, doo.

isabo · 21:13h · comment · ·

 

Trapptrapp

Ich laufe los, der Funkwecker zeigt acht Minuten nach halb zwei, ich binde mir noch meine Armbanduhr um, damit ich unterwegs eine Vorstellung habe, wie lange ich schon laufe. Vorne an der Ecke fängt es an zu nieseln, fast kehre ich wieder um, aber da hört es auch schon wieder auf, ich verschiebe die Entscheidung, erstmal weiter, umkehren kann ich immer noch. Tatsächlich bleibt es den Rest der Strecke trocken.
In der Grünanlage sitzt, wie immer, der wirklich sehr heruntergekommene Stadtstreicher und ruft, wie immer, he, hallo, hast Du unverständlich, nein, rufe ich, ich hab nichts dabei. Als könnte er das nicht sehen, ich trage eine Laufhose und ein T-Shirt, was sollte ich dabeihaben außer meinem Hausschlüssel. Die Grünanlage zieht sich hin bis zum Park, so kann ich fast die ganze Strecke im Grünen laufen, kaum Straße dazwischen. Im Park angekommen gucke ich auf die Uhr, komisch, nicht mal zehn Minuten. Laufe längs durch den Park, am anderen Ende das Parks auf den Sportplatz. Eine Schulklasse ist dort, sie verteilen sich über die gesamte Breite der sieben Laufbahnen, stehen rum, machen mir aber freundlich Platz. Ich laufe eine Runde, die Schüler sortieren sich, wieder muss ich durch sie durch, jetzt geht es los, sie laufen jeweils zu zweit 400 Meter, eine Runde, auf Bahn zwei und drei, ruft der Lehrer mir zu, dann könne ich die Innenbahn nehmen. Wie nett. Dritte Runde, mich überholen zwei Schüler, ganz schön schnell, aber hey, die sind halb so alt wie ich und laufen nicht schon seit einer halben Stunde. Ich laufe auch nicht seit einer halben Stunde, komisch, zwanzig Minuten erst, es müsste doch schon viel mehr Zeit vergangen sein. Noch eine Runde, müsste die vierte sein, oder habe ich mich verzählt? Ich bin in Gedanken bei meinem Vortrag, den ich übermorgen halten muss, der mir seit Tagen Bauchschmerzen macht, so einen richtigen Klumpen im Magen, sodass ich plötzlich verstehe, wie Leute Magengeschwüre kriegen. Ich bin kurzfristig eingesprungen, habe mir überlegt, was ich sagen will, und wenn meine Zuhörer Ahnungslose wären, wäre das auch vielleicht ganz okay, aber es ist ein Vortrag vor Kollegen, die wissen das bestimmt alles selbst, was ich zu erzählen habe, ich bin ja nicht klüger als die, warum habe ich da bloß zugesagt? Dann hinterher der Workshop, das wird gehen, wir machen viel Textarbeit, das kann ich, und ich habe einige Übungen dabei, die ich schon mal mit einem Seminar gemacht habe, das wird laufen. Abregen, Magenklumpen weglaufen, alles wird gut, omm. Ich denke tatsächlich om mani padme hum, im Takt meiner Schritte, und muss lachen, was tut man nicht alles, um sich abzuregen und diesen Knoten im Bauch wegzurennen. Noch zweimal schlafen. Morgen fliege ich, vielleicht sollte ich mir einfach etwas drauf einbilden, sozusagen zum internationalen Übersetzer-Jetset zu gehören. Super. Ich bin im Flow, könnte einfach immer weiterlaufen, wie oft bin ich jetzt schon durch die Schulklasse gelaufen? Es waren doch sechs Runden, oder nicht, so viele bin ich noch nie gelaufen, trotzdem ist nicht mal eine halbe Stunde rum und sonst war ich immer länger unterwegs. Wahrscheinlich ist die Batterie meiner Uhr alle und ich bin in Wahrheit schon viel länger unterwegs, jaja, Wunschdenken. Aber ich bin doch auch nicht schneller gelaufen, na, egal, nach Hause jetzt. In der Grünanlage sitzt der wirklich sehr heruntergekommene Stadtstreicher und ruft he, hallo, hast Du unverständlich, nein, rufe ich, ich hab gar nichts dabei.
Ich laufe nach Hause, und als ich ankomme, zeigt meine Armbanduhr zehn nach zwei, ich bin gerade mal eine halbe Stunde gelaufen, das kann nicht sein, sonst war es immer viel länger, und ich war mindestens eine Runde mehr auf dem Sportplatz. Ich schließe die Tür auf und der Funkwecker zeigt vierzehn Uhr einunddreißig. Ich bin dreiundfünfzig Minuten gelaufen. Ha! So! Siehts! Aus!
Tatsächlich ist die Batterie meiner Armbanduhr leer, sie zeigt jetzt, um zwanzig nach vier, immer noch zehn nach zwei.

isabo · 16:21h · comment · ·

 

Etwas verspätet: März.



(Klick zum Vergrößern.)

isabo · 12:09h · comment · ·

 

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