Der Schauspieler
Der Text, den er spricht, steht fest, ist vorgegeben, er kann ihn nicht verändern. Er muss in eine Rolle schlüpfen, sich mit Haut und Haar in jemanden hineinversetzen, denken wie er, fühlen wie er, sprechen wie er, und dennoch aufrichtig bleiben, er selbst bleiben. Er muss sich selbst einbringen, in die Rolle hineinlegen, und dabei sich und der Rolle treu bleiben. Er muss das Stück verstanden haben, richtig und vollständig verstanden und durchdrungen haben, den Text als Ganzes, die Geschichte, den Hintergrund, die Figur und jedes einzelne Detail. Wenn er etwas nicht verstanden hat, funktioniert es nicht, dann wird er seine Rolle unbeholfen spielen.
Es genügt nicht, die vorgegebenen Worte aufzusagen. Er muss wissen, wie man spricht, wie man spielt, wie man sich bewegt, er muss sein Handwerk beherrschen. Handwerk kann man lernen. Aber nur, wenn man das Talent dazu hat, Talent kann man nicht lernen. Und Herzblut muss er hineinlegen, das kann man auch nicht lernen. Wenn er das Stück liebt, wird er besser spielen, als wenn er es verachtet. Wenn er schlecht spielt, kann er das schönste Stück kaputtmachen. Wenn er gut spielt, kann er aus einem mittelmäßigen Stück das Beste herausholen. Mit Herzblut und Handwerk und Talent und Verstand.
Genau. Metapher. Oder vielmehr Analogie.