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Rauchen

Vor ungefähr einem Jahr habe ich aufgehört zu rauchen. Genau weiß ich es nicht, das heißt, ich kann es wohl in meinem Blog nachgucken, aber: es ist mir so egal, dass ich es nicht mal weiß. Deswegen kommt der Eintrag hier auch nur “ungefähr” zum Jahrestag, weil es egal ist. Ich weiß, dass es kurz vor der Buchmesse war. Und dass ich dachte, uh, Buchmesse, das wird schwierig. War es dann aber gar nicht.
Überhaupt war es diesmal nicht schwierig. Ich hatte schon mal aufgehört, da war es sehr schwer. Und dann wieder angefangen, nach zwei Jahren. Diesmal: rauche ich halt nicht mehr. Sehr seltsam. Anfangs habe ich natürlich immer wieder gedacht „jetzt hätteste normalerweise eine geraucht”, nach dem Essen, in der Kneipe, aber ich glaube, ich habe fast nie gedacht, „jetzt würde ich gern eine rauchen”. Oder jedenfalls selten, und immer seltener. Keine Ahnung, ob das mit dem „ich quassel Euch das Rauchen weg”-Podcast von Thilo Baum zusammenhängt, den ich damals gehört habe. Jedenfalls kam es mir ziemlich schnell ganz unwirklich vor, dass ich überhaupt geraucht haben soll. Das passt doch gar nicht zu mir, und außerdem, und diese meine neue Ansicht erschreckt mich selbst: außerdem ist Rauchen so lächerlich. Ich will nicht so eine arrogante, hochnäsige Nichtraucherin sein, aber mir tun Raucher tatsächlich schon seit einer Weile richtig leid. Ja, das ist mir peinlich. Aber wenn ich Raucher sehe, wie sie draußen stehen und frieren, wie sie gierig an brennenden Trockenpflanzen saugen, dann habe ich richtig Mitleid. Und schäme mich sofort dafür. Und kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich das auch getan habe, wie grotesk.
Geholfen hat auf jeden Fall der Entschluss, jetzt Nichtraucherin zu sein. Ich habe die ganzen Dinge nicht getan, die nur ein Exraucher tut, aber kein Nichtraucher: ich habe nicht ausgerechnet, wie viele Zigaretten ich jetzt schon nicht geraucht habe, wie viel Geld ich jetzt schon gespart habe, nicht mal gezählt, wie viele Tage ich jetzt schon nicht mehr rauche. Würde ein Nichtraucher ja nie tun, das tun nur Raucher. Und jetzt tu ich’s doch, zum ersten Mal: wenn das jetzt „ungefähr ein Jahr“ ist, sagen wir 364 Tage mal 20 Zigaretten bzw. 1 Schachtel à 5,-, dann macht das 7280 Zigaretten oder 1820,- €. Uff.
Jedenfalls: ich bin so was von heilfroh. Immer, wenn ich daran denke. Ich kann nicht mal sagen, ich bin stolz drauf, denn es war gar nicht schwer. Ich bin nur froh. Ich denke nie mehr, ich würde gern. Ist doch ekelhaft. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mit achtzig wieder anzufangen, mal sehen, ob ich das schaffe.

Link  *  22. Sep, 11:59  *  comment

 

kaltmamsell, 22. September 2008, 17:26
Schön, Gratulation!
Was mir immer noch passiert, etwa einmal im Jahr: Ich rauche im Traum. Und jedesmal denke ich im Traum: "Och nee, es war doch so schön, nicht zu rauchen."

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alex63, 22. September 2008, 19:57
im traum habe ich auch gerade geraucht. und sofort einen wahnsinnsschrecken bekommen.

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saoirse, 23. September 2008, 00:51
pah!

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s-yvi25, 23. September 2008, 09:47
mitleid
das mit dem Mitleid mit den Rauchern kann ich bestätigen. Ich habe irgendwann im Oktober 2003 aufgehört (nach 15 Jahren) und bin nach wie vor sehr glücklich damit.

Wenn ich jetzt rauchende Menschen sehe - vor allem wenn Sie schon älter sind - möchte ich ihnen immer zu rufen: du wirst viel entspannter sein, wenn Du es bleiben lässt! Das mache ich dann natürlich nicht. Man will ja keine militante Nichtraucher-Tussi sein. obwohl...

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