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Montag, 29. Januar 2007
Pressemitteilung

Berliner Erklärung
27. Januar 2007

Übersetzer machen sich stark für angemessene Vergütung

"Seit fünf Jahren gibt es das neue Urhebervertragsrecht. Erklärtes Ziel dieses Gesetzes ist, einen skandalösen Zustand zu beenden. Bis 2002 bestimmten Verwerter urheberrechtlicher Leistungen die Honorare praktisch allein. Mit gravierenden Folgen: Seit Jahrzehnten sinkt das Einkommen der Literaturübersetzer im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten. Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 1.000 Euro im Monat leben sie an der Armutsgrenze, mit Kindern mitten in Hartz IV. Das neue Urhebervertragsrecht räumt ihnen endlich einen Anspruch auf angemessene Vergütung ein. Als angemessen kann laut Gesetz nur gelten, worüber sich Urheberverbände und Verwerter in fairen und freien Verhandlungen geeinigt haben.

Nun zeigen die deutschen Verlage, dass sie den Kern des Gesetzes nicht zur Kenntnis nehmen. Mit dem so genannten “Münchner Modell” versucht die AG Publikumsverlage, die angemessene Vergütung ohne Rücksprache mit den Übersetzern allein zu bestimmen. Die darin vorgesehene Vergütungsstruktur fällt hinter die bisher gewährten Beteiligungen und den alten “Bestsellerparagraphen” zurück – ein Sparprogramm der Verlage auf Kosten der Übersetzer.

Der VdÜ/Bundessparte Übersetzer hat das “Münchner Modell” auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin am 27. 1. 2007 einstimmig abgelehnt. Die Literaturübersetzer sind weiterhin bereit, mit den Verlagen konstruktiv zu verhandeln und eine gemeinsame Vergütungsregel aufzustellen. Kernpunkte einer solchen Regel müssen höhere Grundhonorare und eine nicht verrechenbare Beteiligung an Verkaufs- und Nebenrechtserlösen sein.

Nur dann wird es auch künftig Weltliteratur in guter deutscher Übersetzung geben."

Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V. - Bundessparte Übersetzer im Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di (Die Erklärung steht dort unter "Aktuell" als PDF zum Download bereit.)

Zur Erklärung: das sogenannte "Münchner Modell" zur Übersetzervergütung, das die Verlage ausgetüftelt (und keineswegs mit dem VdÜ ausgehandelt) haben, wird seit einiger Zeit von den Verlegern in der Presse als großer Schritt auf die Übersetzer zu propagiert. Tatsächlich jedoch läuft dieser Vorschlag zur Neuregelung der Vergütung darauf hinaus, dass ein paar Einzelne von uns zwar etwas mehr Geld bekämen, das Gros jedoch noch weniger hätte als zuvor.

NACHTRAG:
Buchmarkt und Börsenblatt drucken die PM ab, und der Perlentaucher weist auf beides hin. Sehr schön!

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Last modified: 09.12.13, 22:30
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Kommentare
Anderthalbfache Unterstützung!
Christl Klein, vor 9 Jahren
Hm, Tempers Kommentar ist ja
schon von 2008 - ich schätze eher nicht, dass...
isabo, vor 10 Jahren
Zettel's Ingo Maurer Hallo,
ich habe Ihren Beitrag zur Zettel's-Lampe gefunden. Da ich sie gerne...
Christiane Thomaßen, vor 10 Jahren
das ist ein hobby
von mir. antizyklisches kommentieren ;)
fabe, vor 10 Jahren
Das hier ist ja
schon eine Weile her. Hihi.
isabo, vor 10 Jahren
hier war ja neulich
stromausfall. menschen sind merkwürdig.
fabe, vor 10 Jahren
endlich endlich setzt jemand ein
Zeichen gegen das ständige Aussterben schöner Wörter! Da bin ich...
federfee, vor 10 Jahren
Lassen Sie doch vielleicht mal
Ihr Assoziationsmodul überprüfen, das spielt ja geradezu verrückt. Das...
isabo, vor 10 Jahren
Oh, vielen Dank!
isabo, vor 10 Jahren
grosses Lob Liebe Isabo,
bin ueber Meike auf Dich gestossen und finde Deine Texte ganz...
LvO, vor 10 Jahren
Der Verein lebe hoch, anderthalb
mal hoch Bin dabei.
Jolen, vor 11 Jahren
Da spricht mir wer aus
der Seele. Ich gebe mir auch schon seit Jahren...
Cuguron, vor 11 Jahren
Ha, wir haben auch nur
Fangen (hieß einfach "fanga") ohne so ein Hintertürchen gespielt....
Irene, vor 11 Jahren
Meiner hat mir nur von
dem Smiley auf seiner Krone erzählt. Und ob ich...
strandfynd, vor 11 Jahren
Bin gerade erst über das
Interview gestolpert - für mich als Auch-Japanisch-Übersetzerin doppelt und...
frenja, vor 11 Jahren
Beide haben Fahnenmasten, der linke
und der rechte Nachbar. Und beide haben die Deutschlandfahnen...
croco, vor 11 Jahren
das hier geht woanders
nicht besser, aber versuch macht kluch...
don papp, vor 11 Jahren
Ja. Ich habe aber erstens
Schimpfe bekommen für dieses wunderschöne, kühle, coole, elegante, heißgeliebte...
isabo, vor 11 Jahren
Sie wissen aber schon,
dass das hier schöner ausschaut?
leavesleft, vor 11 Jahren
Gute Entscheidung. Trennung in beruflich
und privat ist unpraktisch (für alle Beteiligten) und wenig...
textundblog, vor 11 Jahren
Jo. Dann.
isabo, vor 11 Jahren
Möchten Sie es wissen?
kinomu, vor 11 Jahren
alles gute und auf nach
drüben!
skizzenblog, vor 11 Jahren
ja ja ja!!! ES geht
es geht es geht!!! (aber halt ohne Editieren, wurscht!)...
g a g a, vor 11 Jahren
Ich GLAUBE, ich habe
das Captcha- Dings jetzt weggemacht. Kannst Du es nochmal veruschen?
isabo, vor 11 Jahren

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