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Mittwoch, 4. Februar 2009
Is a book

Georges Simenon (Trude Fein): Der kleine Heilige

Es ist nämlich so, dass ich am allerliebsten gebundene Bücher lese. Die behandle ich gut. Das heißt, sie sind mir meist zu schade, außerdem zu schwer und zu sperrig, um sie in der Handtasche mit mir herumzuschleppen, daher lese ich meist parallel ein zweites Buch, ein Taschenbuch, ein Handtaschenbuch. Handtaschenbücher werden fast ausschließlich in der Bahn gelesen, höchstens noch im Wartezimmer, aber da bin ich nur selten. Auf diese Weise kann es ziemlich lange dauern, bis ich ein Handtaschenbuch durch habe.
„Der kleine Heilige“ ist Louis, ein Junge aus einfachsten Verhältnissen, der vor dem ersten Weltkrieg in der Rue Mouffetard in Paris aufwächst. Einen Vater gibt es nicht, aber Louis hat fünf Geschwister, die Mutter ist Marktfrau, die Familie lebt in einer Einzimmer-Wohnung. Und wir erleben sehr gemächlich seine Kindheit mit, seine Entwicklung und die der Geschwister, seine Schulzeit, seine Arbeit in den Markthallen, und schließlich die große Entdeckung seines Lebens. Je älter Louis wird, desto schneller wird das Erzähltempo, seine Jahre als alter Mann werden auf wenigen Seiten abgehandelt. Vielleicht wie im wirklichen Leben; als Kind kommt einem jeder Tag endlos vor, ein Jahr ist unvorstellbar lang, und je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Ein Buch wie ein Bild. Sehr schön anzuschauen, viel Ruhe.

Es steht jetzt im Regal, zusammen mit einem anderen Simenon, zwischen Dai Sijie und Christoph Simon.

Was das nächste Handtaschenbuch wird, weiß ich noch nicht.

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