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Samstag, 28. März 2009
Is a book

Miranda July (Clara Drechsler, Harald Hellmann): Zehn Wahrheiten

Ein Kurzgeschichtenband. Die erste Geschichte heißt „Die gemeinsame Terrasse“ und beginnt so:
Es zählt trotzdem, auch wenn er bewusstlos war, als es dazu kam. Es zählt doppelt, denn das bewusste Denken kann irren, fällt oft auf den falschen Menschen herein. Doch am Grunde des Brunnens ist kein Licht und nur tausend Jahre altes Wasser, nichts, was einen Mann veranlassen könnte, sich zu irren. Gott befielt es dir, und du tust es. Er sagt, liebe sie, und so geschieht es. Es geht um meinen Nachbarn. Er ist koreanischer Abstammung. Sein Name ist Vincent Chang. Nein, Hapkido macht er nicht. Wenn man „Korea“ sagt, denken manche Leute automatisch an Großmeister Kim Jin Pal, den südkoreanischen Hapkido-Lehrer von Jackie Chan; ich denke an Vincent.

Nun ist die Kurzgeschichte ja nicht so recht mein Lieblingsgenre, und das ist vielleicht auch der Hauptgrund, warum ich das Buch nach der Hälfte weglege. Andererseits war ich dieses Jahr schon ganz hingerissen von den Geschichten der Herren Kehlmann und Rammstedt, also liegt es vielleicht doch nicht nur daran. Jedenfalls: die Geschichten sind schon gut. Lauter in irgendeiner Weise beschädigte Leute. Aber irgendwie hat es sich nicht recht bei mir eingehakt, ich kann nicht sagen, woran es liegt, habe nichts Konkretes auszusetzen, aber nach zehn Geschichten und 133 Seiten finde ich, es ist genug, ich weiß jetzt, wie Miranda July ist und kann sie wegräumen. Und zwar zwischen – Achtung, das klingt jetzt imposant – zwischen James Joyce und Ernst Jünger (beide nicht gelesen).

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