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Mittwoch, 4. November 2009
Is a book

Carsten Jensen: Wir Ertrunkenen

Der Roman fängt so an:
Laurids Madsen war im Himmel gewesen, doch dank seiner Stiefel war er auch wieder heruntergekommen.
Er war nicht bis hoch zum Masttopp geflogen, eher so auf die Höhe der Großrahe eines Vollschiffs. Er hatte am Tor zum Paradies gestanden und den heiligen Petrus gesehen, doch es war nur der Arsch, den der Hüter der Pforte zum Jenseits ihm gezeigt hatte.
Laurids Madsen hätte tot sein sollen. Aber der Tod hatte ihn nicht gewollt, und so wurde er ein anderer.

1848 in dem Dorf Marstal auf der dänischen Insel Ærø. Wir lernen kurz Laurids Madsens Familie kennen, und dann geht auch schon der Dänisch-Deutsche Krieg los. Zig Seiten Seeschlacht, mit Kanonendonner und weggerissenen Gliedmaßen und abben Köpfen und Ausrutschen auf den herausgequollenen Eingeweiden der Kameraden, sich vor Angst in die Hosen scheißen und so weiter, das Schiff explodiert, dann Kriegsgefangenschaft, immer noch alle vollgeschissen, man säuft sich so durch, prügelt sich gelegentlich ein bisschen, aber nicht so schlimm, und dann dürfen irgendwann alle wieder nach Hause. Das ist das erste Kapitel, Seite 71 von 780. Zwar glaube ich, dass der Krieg jetzt erstmal vorbei ist, und außerdem fand Herr Paulsen das Buch ganz toll, aber. Äh. Das ist bestimmt kein schlechtes Buch, aber es ist einfach nicht meins. Und das tut mir leid, weil ich es geschenkt bekommen habe und es gern super gefunden hätte. Aber ich glaube, ich will die restlichen 710 Seiten nicht dringend lesen. Oder kann mich jemand davon überzeugen, es doch noch weiter zu versuchen?
Carsten Jensen kommt im Regal zwischen Elfriede Jelinek und Jerome K. Jerome.

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