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Sonntag, 7. Februar 2010
Schon wieder ein Hilferuf

Erst vor wenigen Wochen sammelten die Übersetzer für eine Kollegin, die in Not geraten war. Es kam erfreulich viel Geld zusammen, und ich freue mich, dass wir ihr wenigstens finanziell ein wenig Linderung verschaffen konnten. Jetzt ist der nächste Fall bekannt geworden – ebenfalls eine renommierte Kollegin, die nicht mehr weiß, wie sie über die Runden kommen soll. 2001 wurde sie brutal überfallen und ausgeraubt, seitdem wurde sie wegen drohender Querschnittslähmung am Rücken operiert, viermal an den Händen operiert, war wegen einer Stoffwechselerkrankung zweimal ein halbes Jahr im Krankenhaus, lag zweimal mit Lungenentzündung darnieder; dazu kamen – man möchte fast sagen: logischerweise – Depressionen, Burn Out, psychotherapeutische Behandlungen. Jeder Gang zur Mülltonne ist eine Anstrengung, inzwischen ist sie als 100% schwerbehindert eingestuft.
Was von all dem in welcher Weise mit dem Überfall zusammenhängt, sei einmal dahingestellt, wer würde das beurteilen wollen. Die Opferkasse sagt: nichts davon, und zahlt nichts. Die Zeiten, in denen sie nichts verdienen konnte, waren in diesen neun Jahren natürlich beträchtlich, das Erstaunliche ist, dass die Kollegin es trotzdem immer wieder geschafft hat zu arbeiten und hervorragende Übersetzungen abzuliefern (und dass sie sich ihren Humor bewahrt hat, das ist wirklich großartig). Aber das reicht natürlich nicht, um während der Krankenhauszeiten die Miete zu zahlen etc, sprich: es haben sich Schulden angesammelt, bei Banken, Freunden und Verwandten. Und wenn sie auf einen bequemeren Rollstuhl und auf einen Schreibtischstuhl spart, der sich auf ihren veränderten Buckel einstellen lässt, geht natürlich die Waschmaschine kaputt.
Es ist, mit Verlaub, schlicht zum Kotzen, dass man keinerlei Möglichkeit hat, sich als freier Künstler (das betrifft ja nicht nur die Übersetzer) so abzusichern, dass man längere Krankheitszeiten überbrücken kann. Jetzt also wieder: Spendensammlung unter den Kollegen, die es zumeist auch nicht besonders dicke haben. Wenn sich noch jemand beteiligen möchte, gebe ich die Kontonummer gerne per Mail weiter (ibogdan kringel gmx punkt de). Ach ja: Kleinvieh macht auch Mist. Und ein einzelner Tropfen auf den heißen Stein ist ebenso willkommen wie ein steter solcher. Und auch bitte gerne weitersagen. (Falls es das Vertrauen erhöht: das Konto läuft auf meinen Namen, ich habe es extra zu diesem Zweck eingerichtet, und was darauf eingeht, geht selbstverständlich komplett an die Kollegin. Eine Spendenquittung kann ich leider nicht ausstellen.)
Und ich sage jetzt schon mal Danke, auch im Namen der Kollegin. Wär doch gelacht, wenn wir nicht wenigstens einen Rollstuhl für sie zusammenbekämen. Und vielleicht die Mietschulden. Und eine Waschmaschine. Und einen Bürostuhl. Und die anderen Schul… schon gut.

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Last modified: 09.12.13 22:30
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