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Fit und Well (12): Jetzt schreckt sie vor nichts mehr zurück

Ich war auf der Lebensfreudemesse und bin stundenlang auf Siebenmeilenstiefeln durch Hamburg gestakst. Was soll mich noch erschrecken? Welche crazy Funsportart kann da noch kommen? Gibt es etwas, das noch extremer ist? Meine Leser wollen doch immer mehr, immer Krasseres, immer Verrückteres!
Man hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnte. Etwas, das auf eine ganze spezielle Weise etwas ganz Spezielles werden würde, das war mir klar. Ich hatte grauenhafte Geschichten gehört, wirklich schrecklich. Aber ich wollte es tun, aus Liebe, und um mich in eine Extremsituation zu begeben. Der Nervenkitzel, Sie wissen schon.
Und so war ich heute morgen – Regie! Kann ich bitte einen Ton haben? Eine adäquate Spannungsuntermalung, so einen sehr tiefen Bass, rhythmisch, vielleicht so ähnlich wie Herzschlag? Padum-padum-padum, so was? Vielleicht langsam beschleunigend? Danke!
Also, heute morgen – padum – padum – padum – war ich – padum-padum-padum – beim – padumpadumpadum – tief Luft holen – Babyschwimmen. Es gibt diese Sportart für verschiedene Altersgruppen, ich habe die Gruppe „ungefähr ein halbes Jahr“ ausprobiert. Wer kein eigenes Sportgerät besitzt, muss sich eines ausleihen, das der jeweiligen Altersgruppe entspricht, es dürfte ja nicht weiter schwierig sein, so eines zu finden. Das Gerät, das ich mir ausgeliehen habe, heißt Johann, ist sieben Monate alt und sehr aktiv. Er kann schon krabbeln und versucht das auch im Wasser. Pausenlos. Man muss ihn die ganze Zeit mit zwei Händen festhalten, sonst geht er unter.
Es sind sieben Mütter mit Kindern da – also, sechs Mütter, eine Patentante, die dazugehörige Mutter läuft voll angezogen ums Becken herum und macht Fotos. Wir stellen uns im Kreis auf und singen ein klitzekleines Lied, das ungefähr zehn Sekunden dauert: Ha-ha-ha, wir sind heut alle da. Oder so ähnlich. Dann stellen wir uns alle vor, alle Mütter und Patentanten sagen, wie sie heißen und wie ihre Sportgeräte heißen. Um dann – wie lange eigentlich? Eine halbe oder Dreiviertelstunde, schätze ich, mit dem jeweiligen Kind herumzuplantschen. Es liegen drei unterschiedlich feste Matten im Wasser, auf die man die Kinder legen kann, meins fängt auf jeder Matte sofort an voranzurobben und rutscht dann natürlich, platsch, mit dem Kopf zuerst ins Wasser. Ein paar Mal taucht er kurz unter, das scheint ihm aber nichts auszumachen. Ich fische ihn wieder raus, er strahlt, hustet, und gelegentlich bäuert er einen Schwall Chlor wieder hoch. Die Kursleiterin kommt zu mir und sagt, dass ich diesen einen Handgriff schon ganz toll mache, äh – welchen Handgriff? Sie zeigt mir noch mal, was ich gemacht habe, und dass das richtig war, und ich überlege kurz, ob man das Kind auch irgendwie anders und falscher hätte anfassen können, nun ja. Überhaupt ist mir nicht ganz klar, was jetzt hier der „Kurs“ ist. Die drei Matten, die da rumschwimmen? Dass man sich vorher vorstellt? Dass man am Anfang und am Ende ein Liedchen singt? Mir kommt es vor, als könne man die ganze Sache ebenso gut allein mit dem Kind im Schwimmbad machen. Aber ich versteh ja auch nichts davon. Wohl verstehe ich etwas vom Terminehaben, ich tu ja auch nix, wenn ich keinen Termin habe, in sofern hat so ein Babyschwimmkurs sicher seinen Sinn. Aber insgesamt bin ich doch enttäuscht. Ich hatte mir etwas Spektakuläreres vorgestellt, ich wollte peinliche Lieder singen, peinliche Spielchen spielen und mich überhaupt gehörig zum Obst machen. Hat nicht geklappt.
Das quietschvergnügte Kind jedenfalls würde ich jederzeit wieder mit ins Wasser nehmen, es hatte Spaß, und ich auch, es hat gelacht und in Plastikfische und ins Wasser gebissen und wollte am liebsten ganz allein schwimmen, es war sehr beschäftigt und hat richtig gearbeitet. Und hinterher waren wir beide erschöpft und glücklich und hatten Hunger.

Link  *  23.04.10 12:53  *  comment

 

Maximilian Buddenbohm, 23. April 2010 13:14:54 MESZ
Wir haben das Sportgerät übrigens in verschiedenen Größen vorrätig.

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isabo, 23. April 2010 13:16:54 MESZ
Oh, das klingt interessant, ich kann mir vorstellen, dass es mit der größeren Größe wieder ganz anders ist. (Bevor Du fragst: nein, morgen kann ich nicht.)

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Maximilian Buddenbohm, 23. April 2010 13:20:57 MESZ
Die anderen Größen sind schwerer festzuhalten und es wird viel mehr gesungen. Die Ansprüche steigen eben. Und man ist noch wesentlich hungriger hinterher.

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hammwanich, 23. April 2010 13:19:32 MESZ
Hah,
und ich dachte schon, du hättest ins Röhnrad (ich hoffe das h ist an der richtigen Stelle) gemusst ... Auf soetwas extremes wie Babyschwimmen bin ich nicht gekommen.

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Maximilian Buddenbohm, 23. April 2010 13:21:22 MESZ
Überhaupt eine Idee. Da kenn ich doch jemanden.

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isabo, 23. April 2010 13:21:29 MESZ
WAS FÜR EINE GEILE IDEE, das will ich machen!

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isabo, 23. April 2010 13:21:41 MESZ
5!

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Maximilian Buddenbohm, 23. April 2010 13:24:01 MESZ
Ihr Wunsch wurde gespeichert.

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hammwanich, 23. April 2010 13:24:10 MESZ
Ich erwarte voll Vorfreude die nächste Ausgabe von Fit und Well!

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isabo, 23. April 2010 13:29:54 MESZ
Der Plan für nächste Woche hat sich leider gerade zerschlagen, weil Arbeit dazwischengekommen ist, aber Rhönrad (nachgeguckt) ist natürlich eine Hammeridee. Schaumermal.

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klausf, 23. April 2010 14:01:25 MESZ
Ok, beim Rhönrad mache ich dann Fotos!!!

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isabo, 23. April 2010 14:05:45 MESZ
Sir, ich glaube, Du gehst mit ins Rhönrad und Maximilian macht Bilder. Hihi.

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klausf, 23. April 2010 15:03:03 MESZ
Aba nich mit so rosa Stulpen!!

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kaltmamsell, 23. April 2010 13:51:22 MESZ
Großartige Serie! Auf Babyschwimmen muss man erst mal kommen. Ich hatte bei diesem spannenden Einstieg ja auf Slacklining getippt.

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isabo, 23. April 2010 14:08:09 MESZ
Slackline! Musste ich erstmal googeln, klingt aber gut. Würde ich versuchen.

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_martini, 23. April 2010 15:12:46 MESZ
hab meine schwester gerade informiert, dass der tom und ich schwimmen gehen. seepferdchen-abzeichen ftw.

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SandiBS, 23. April 2010 15:15:22 MESZ
Beeindruckend
und viel gefährlicher, als die Sache mit den Siebenmeilenstiefeln. Diese "Sportgeräte" sind ja nicht immer einfach zu handhaben. Sie können sich ja schnell verwandeln. Prima Sportgerät, gute Patentante.

Slackline ist doch bestimmt in HH sehr gut möglich. Schau mal hier: bit.ly

Viel Spaß!

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isabo, 23. April 2010 15:15:28 MESZ
Neuerdings gibt es auch Pinguine, habe ich gehört. Weiß aber nicht, ob die vor oder nach Seepferdchen kommen.

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escribella, 26. April 2010 00:47:17 MESZ
Also bei uns in der Schweiz läuft das so: Krebs, Seepferd, Frosch, Pinguin, Tintenfisch, Krokodil, Eisbär. Am Anfang geht es mehr um Wassergewöhnung und erst dann um die Vorbereitung fürs Schwimmen. Interessant finde ich ja, dass die Kinder gar kein Brustschwimmen mehr lernen, sondern nur noch Crawl und Rückenschwimmen. Vielleicht sollten wir da als Erwachsene auch mitmachen...

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escribella, 26. April 2010 00:41:10 MESZ
Du sagst es ja schon: Das Kind hatte Spass. Nur darum geht es, um Spass am Wasser. Das ist Babyschwimmen. Vielleicht ist man als Erwachsene/r irgendwie erwartungsgeschädigt und resultatorientiert (wir haben die und die Lieder gesungen und uns so oder anders zum Obst gemacht). Manches darf ja auch einfach nur Spass machen, auch wenn es als Kurs ausgeschrieben ist...

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mariong, 26. April 2010 10:47:30 MESZ
ja, so geht heutzutage kinder groß ziehen.
Morgenlied, tralala mit oder ohne Matten, motivierende Manipulation durch Trainer, Abschiedslied.

Ich bin so froh, dass ich noch ins Büro darf. Vollzeit hätte ich das nie ertragen.

Und dann der Gruppendruck "Waaaas? Ihr geht nicht ins Babyschwimmen? Und in die Babygruppe ab 3 Monate Musik für Mami und Kind auch nicht? Und wie steht es mit Yoga/Babymassage/Kurse für den Papa=?????" Wenn man irgendeines dieser Angebote versäumt kommt man sich sofort schuldig vor. Jetzt nach fast 5 Jahren haben wir nachgegeben und besuchen Musikschule und Sportverein. Das gute daran ist, das Kind kann alleine hin :-).
Eine Patentante hätte ich mir anschaffen müssen ;-)."

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