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Montag, 9. Februar 2009
Is a book

Daniel Kehlmann: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten

Es sind eher neun Geschichten als ein Roman, aber die Geschichten berühren sich; optimale Mischung für Leute wie mich, die eigentlich keine Geschichten lesen. Dann aber doch.
Was für wunderbare Geschichten! Da ist einer, der plötzlich dauernd angerufen und für Ralf gehalten wird. Ein neurotischer Schriftsteller, der durch lateinamerikanische Goetheinstitute gereicht wird. Eine todkranke Frau. Ein berühmter Schauspieler, der plötzlich nicht mehr angerufen wird. Eine Krimischriftstellerin, die nach Zentralasien reist. Ein weltberühmter Autor esoterischer Lebensratgeber. Ein Nerd, der, statt zu arbeiten, nur im Internet herumhängt. Ein Abteilungsleiter mit Doppelleben.
Ich weiß nicht, woran es liegt: ich lese eigentlich nicht so gern Geschichten. Ich mag es nicht, wenn eine Romanfigur mit ihrem Autor spricht, beziehungsweise, wenn ein Autor noch eine Autorenpersönlichkeit zwischenschaltet und es thematisiert, dass man da eben eine Geschichte liest. Und der Nerd ist überzeichnet, zu dick aufgetragen. Und trotzdem gefällt mir das alles. Großartige Geschichten, schöne Verknüpfung der Geschichten auch, tolle Figuren, hervorragende Ideen, wunderbares Buch. Sogar der Trick, dass ein Teil der Geschichten sozusagen nicht von Kehlmann ist, sondern von dem Autor, der in den anderen Geschichten immer wieder auftaucht, funktioniert erstaunlich gut. Dicke Leseempfehlung.

Ich räume es jetzt ins Regal, zum anderen Kehlmann zwischen Niko Kazantzakis und Matthias Keidtel.

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Last modified: 09.12.13 22:30
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