... is a blog
Samstag, 15. August 2009
Is a book

William Goldman (Wolfgang Krege): Die Brautprinzessin. S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern. Die Ausgabe der "spannenden Teile". Gekürzt und bearbeitet von William Goldmann.

Himmel, was ist das denn? Das ist eine klassische Erzählung, jawohl, mit einem Prinzen, der sich eine Braut sucht, mit Riesen, Schwertkämpfern, Piraten, Verbrechern, einem echten Helden, mit weltbewegender, wahrer Liebe natürlich, mit Kämpfen um Leben und Tod, fehlt praktisch nur der Drachen. Und diese Erzählung soll nun also von einem S. Morgenstern aus Florin stammen (wo sie auch spielt), und William Goldman will sie gekürzt und die langweiligen Teile herausgestrichen haben. Er erklärt uns auch, warum er wo was streicht, was führende Florinisten davon halten, wie sein Familienleben so läuft und was für eine Beziehung er zu diesem Buch hat. Diese Goldman’schen Einschübe sind, der Übersichtlichkeit halber, in Rot gedruckt.

Die „eigentliche“ Geschichte, die Erzählung von der Brautprinzessin, fängt so an:
In dem Jahr, als Butterblume geboren wurde, war die schönste Frau der Welt ein französisches Küchenmädchen namens Annette. Annette arbeitete in Paris für den Herzog und die Herzogin von Guiche, und es entging der Aufmerksamkeit des Herzogs nicht, dass jemand Außergewöhnliches ihnen die Zinnteller putzte. Die Aufmerksamkeit des Herzogs wiederum entging nicht der Aufmerksamkeit der Herzogin, die weder sehr schön noch sehr reich, aber enorm gescheit war. Die Herzogin machte sich daran, Annette zu studieren, und schnell fand sie die tragische Schwäche ihrer Gegnerin heraus.
Schokolade.

Man ahnt es: später wird natürlich Butterblume die schönste Frau der Welt, und der Prinz erkiest sie sich zur Braut. Und dann geht das los mit den Riesen und Fechtern und Helden und Liebe und Abenteuern und Entführungen und all dem.

Abwechselnd in Schwarz und Rot gedruckt war schon damals die „Unendliche Geschichte“, aus dem Alter bin ich raus. Und aus Prinzen und Schlössern und Helden und Zauberschwertern auch. Beziehungsweise: da war ich nie drin. Und was ich ja auch nicht so gut kann, ist Lustigkeit. Und trotz alledem habe ich das gerne gelesen, es ist spannend, es ist witzig, es drischt dann doch nicht so sehr Pointen, wie man es anfangs befürchtet, und vor allem fragt man sich die ganze Zeit: was zum Teufel ist das eigentlich? Was soll das, warum lese ich das? Und dann liest man weiter. Seltsam, seltsam. Und lustig. Und spannend. Ich bin verwirrt.

William Goldman steht im Regal jetzt zwischen Arthur Golden und Max Goldt.

Online for 5545 days
Last modified: 09.12.13 22:30
Status
Sie sind nicht angemeldet
Main Menu
Suche
Calendar
August 2017
MoDiMiDoFrSaSo
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031
September
Kommentare

RSS feed

Made with Antville
Helma Object Publisher