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Dienstag, 5. Januar 2010
Is a book

Finn-Ole Heinrich: Räuberhände

Der Roman beginnt so:
Meine Eltern lieben Samuel. Und er liebt sie. Wenn Samuel mich nervt, nenne ich ihn manchmal Adoptivkind, das ist sozusagen sein wunder Punkt. Seit Samuel und ich in einer Klasse sind, sind wir befreundet. Fast sieben Jahre jetzt. Und seitdem schläft Samuel fast jede Nacht bei uns. Er hat schon lange ein eigenes Bett in meinem Zimmer. Meine Eltern haben es ihm geschenkt. Natürlich haben sie mich vorher gefragt, ob das in Ordnung für mich ist, sie würden so etwas niemals über meinen Kopf hinweg entscheiden. Aber es ist nicht so, dass ich etwas dagegen hätte. Ich bin nicht eifersüchtig. Samuel ist mein bester Freund und wenn meine Eltern mich nicht gefragt hätten, hätte ich sie wahrscheinlich gefragt.

Die perfekten Eltern des Erzählers haben also mal wieder alles richtig gemacht. Grauenhaft, wie sie immer alles richtig machen, man kann sie nicht hassen, man kann sich von nichts abheben, gegen nichts rebellieren. Samuels Eltern hingegen sind eher das Gegenteil von perfekt, die Mutter ist Alkoholikerin und nur deswegen nicht obdachlos, weil sie Samuel hat, und einen Vater gab es nie. Die Mutter hat irgendwann behauptet, er sei Türke, und seitdem bildet Samuel sich ein, Halbtürke zu sein und sein Glück in der Türkei finden zu müssen. Und so brechen die beiden Freunde nach dem Abitur auf, um in Istanbul „irgendwas“ zu machen, einen Laden aufmachen oder so. Obwohl neuerdings etwas zwischen ihnen steht, von dem sie beide nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Es ist eine Geschichte von Freundschaft und vom Erwachsenwerden, vom Abnabeln, von der Sehnsucht nach Kaputtheit und der nach etwas Heilem und von der Suche nach sich selbst. Und vielleicht auch die Geschichte von etwas Uneingestandenem. Sehr schön. Ich mag sehr, dass nicht alles geklärt wird, dass man sich am Ende immer noch fragt … sag ich nicht. Und so schön unprätentiös erzählt.

Finn-Ole Heinrich steht zwischen Heinrich Heine und Guy Helminger.

Mehr dazu (Trailer, Leseprobe etc) gibts bei Mairisch, wo man das Buch auch gleich bestellen kann.

Und Katy hat Finn-Ole Heinrichs aktuellen Erzählungsband "Gestern war auch schon ein Tag" gelesen.

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