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Donnerstag, 25. Februar 2010
Is a book

Leanne Shapton (Rebecca Casati): Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck

Was für eine sensationelle Idee. Das Buch kommt daher wie ein Versteigerungskatalog: versteigert werden, wie der Titel schon sagt, persönliche Gegenstände von Lenore Doolan und Harold Morris. Kleidung, Bücher, Stehrümchen, Kulturbeutel, Fotos, Geschirr, Notizbücher, Briefe, Dinge, Kram. Säuberlich durchnummeriert, fotografiert (im Buch schwarz-weiß abgedruckt) und in knappen Worten beschrieben, inklusive der Angaben von Zustand, Größe und Preis.
Diese Gegenstände erzählen die Geschichte von Lenore und Harold. Keine besonders ausgefallene Geschichte: die beiden lernen sich auf einer Halloween-Party bei Freunden kennen, tauschen Mailadressen und fangen eine Beziehung an. Harold ist Fotograf und dauernd unterwegs, Lenore ist Kolumnistin bei der New York Times und schreibt über Kuchen, und nun werden ausgerechnet am Valentinstag all ihre Sachen versteigert, weil die Beziehung zu Ende ist.
Diese ganz alltägliche Geschichte anhand der Besitzstücke dieses Paars zu erzählen, ist eine wirklich großartige Idee. Man bekommt ein ziemlich genaues Bild von den beiden, einfach dadurch, dass all ihre Dinge abgebildet werden. Die Geschichte selbst entsteht vor allem im Kopf des Lesers. Um ihm ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, sind relativ viele ausgedruckte E-Mails unter den Sachen (Wegbeschreibungen zur Party und so was, teils aber auch Persönlichere), schriftliche Kürzestgespräche auf der Rückseite von Theaterprogrammen, tagebuchartige Kalendernotizen, und nicht abgeschickte, in Büchern vergessene Briefe. Die meisten der versteigerten Gegenstände tragen aber gar nichts zur Geschichte bei, nur zu dem Bild, das man von den beiden hat. Welche Bücher sie lesen, welche Kleidung sie tragen; es erschließt sich nicht alles, jedenfalls mir nicht, aber es hat ja auch nicht alles, was man besitzt, einen tieferen Sinn. Warum um alles in der Welt Harold zum Beispiel in seinem Kulturbeutel … aber das müsst Ihr selbst lesen. Das ist nämlich ein sehr schönes Buch, sehr speziell und ausgefallen, auch wenn ich mir von der Geschichte doch mehr erhofft hatte.

Leanne Shapton steht im Regal jetzt zwischen Zeruya Shalev und Tom Sharpe.

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Last modified: 09.12.13 22:30
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