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Dienstag, 4. Mai 2010
Treffen sich fünf Kollegen

Die erste Amtshandlung von Kollegin 1 (das bin ich) ist: verschlafen. Wir treffen uns um elf in der Mathilde, ich wache um halb elf auf, breche sofort in Hektik aus, stürme um fünf vor elf los – ohne Jacke, nur im Pulli, denn die Sonne scheint und ich glaube, es ist warm. Ist es aber nicht. Um 17 Minuten nach elf komme ich einigermaßen durchgefroren in der Mathilde an.
Als einzige.
Niemand da.
Ich habe auch von niemandem die Handynummer. Ich gucke verwirrt, die Kellnerin fragt, ob sie mir helfen kann, nee, sage ich, ich bin mit vier Leuten verabredet, aber hier sind keine vier Leute. Sagt sie: die sind in der anderen Mathilde, die haben schon angerufen. Wie, andere Mathilde, sage ich, sie beschreibt mir den Weg, wer kann denn auch ahnen, dass es zwei Mathildebars gibt.
Um halb zwölf komme ich bei der anderen Mathilde an, Kollege 2 und Kollegin 3 sitzen vor der Tür. Diese Mathilde macht erst um zwölf auf, bis dahin sitzen wir in der Schweinekälte (ich im Pullover) und fragen uns, was mit den Kolleginnen 4 und 5 passiert ist, versuchen sie anzurufen, sprechen auf Anrufbeantworter und warten. Um fünf vor zwölf fragen wir vollkommen durchgefroren, ob wir reindürfen, die Kellnerin sagt, sie macht erst um zwölf auf, wir betteln und sagen, dass wir auch erst um zwölf was bestellen, und dürfen dann doch fünf Minuten früher rein. Kollege 2 fällt ein, dass er der falschen Kollegin 4 auf den Anrufbeantworter gesprochen hat, er ruft jetzt die richtige an. Derweil klingelt mein Telefon, Kollegin 5 ist dran, ob wir einen Termin hätten? Ja, sage ich, wo bist du denn? Wieder zu Hause, sagt sie, da sei keiner gewesen. Wir sind der anderen Mathilde, sage ich, es gibt zwei, ob die Kellnerin ihr nicht Bescheid gesagt habe. Nein, sagt sie, da war niemand, es sei vielmehr geschlossen gewesen. Dann warst du in der richtigen Mathilde, sage ich, und verstehe nicht, wieso sie gleich wieder verschwunden ist, statt zu warten. Sie sagt, sie dachte, zu ist zu. Kollege 2 hat jetzt die richtige Kollegin 4 am Telefon, sie hat es einfach vergessen, wohnt aber in der Nähe und kommt schnell nach. Wir klären dreivier Dinge, den Rest können sie ohne mich, ich düse nach Hause. Im Pullover. An die Bushaltestelle, wo ich im eisigen Wind warte, der Bus fährt zum Dammtor, wo ich im eisigen Wind auf die S-Bahn warte, um am Hauptbahnhof noch mal umzusteigen, wo ich im eisigen usw.
Um viertel nach zwei bin ich wieder zu Hause, habe nur ein paar Kleinigkeiten geklärt und bin vollkommen durchgefroren. Ich würde mich gern in die Wanne legen, muss aber ein längeres Lektoratstelefonat führen und ratzfatz und dringend ein paar Seiten Designgeschwurbel übersetzen und morgen früh fahre ich nach Leipzig, darauf sollte ich vielleicht auch noch zwei bis drei Gedanken verwenden. Hui.

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Last modified: 09.12.13 22:30
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